Der lange Weg von Flensburg nach Lohhof bzw. München

Träume muss man irgendwann verwirklichen, sonst verblassen sie. Also war es an der Zeit, den
Radltraum endlich in die Tat umzusetzen. Erfreulicherweise fand sich eine Mitradlerin aus München,
die ebenfalls den Wunsch hatte, Deutschland von Nord nach Süd abzuradeln.
Am 06.05.09 ging es mit dem Nachtzug nach Flensburg. Mit dabei waren zwei Räder und jeweils
zwei vollgepackte Radtaschen samt ADFC-Entdeckerkarte und einigen Radkarten. Mein Gepäck wog
ca. 11 kg. Der Nachtzug ersparte uns ein Umsteigen.

Am 07.05.09 gg.06.00 Uhr in der Frühe kamen wir ein bisschen lädiert in Flensburg an. Der Bahnhof
war trostlos - aber es gab frischen Kaffee im Becher. Das Wetter war grau, kalt und stürmisch.
Dagegen hilft nur radeln. Also traten wir in die Pedale und strebten unser erstes Ziel, die Ostsee, an.
Von Glücksburg aus ging der Ostseeradweg zwar äußerst selten am Wasser entlang, gewährte uns
aber immer wieder einen Blick auf das Meer. Nach 112 km  suchten wir uns eine Bleibe in einer
kleinen Ortschaft nahe Kappeln.

Am 08.05.09 führte uns der Weg in Eckernförde bei etwa 15 Grad und stürmischem Wind von der
Ostsee weg ins Landesinnere.Wir fuhren den ganzen Tag  durch ein weites flaches Land mit riesigen
Rapsfeldern, mit schönen reetgedeckten Häusern und herrlichen Rhododendren in vielen prächtigen
Farben. Unsere Planung, ein längeres Stück am Nord-/Ostseekanal zu radeln, gaben wir bald auf. Der
Weg war holprig und fahrradunfreundlich.  Nach 103 km erreichten wir Itzehohe.

Am 09.05.09 zeigte sich die Sonne und es wurde ca. 15 Grad warm. Der Wind blies nicht mehr so
heftig.Unser erstes Ziel an diesem Tag war Glückstadt, wo wir mit der Fähre über die Elbe setzten.
Die Elbe zeigte sich in einer gigantischen Breite. Nach einem kurzen Stück am Elberadweg entlang
bogen wir ab und peilten unser nächstes Ziel, den Weserradweg, an, den wir jedoch an diesem Tag
nicht mehr erreichten. Das Tagespensum betrug 107 km.

Die nächsten 4 Tage begleitete uns die Weser ab Achim flußaufwärts.  Der Radweg ist sehr gut
ausgeschildert und führt durch die Norddeutsche Tiefebene und das Weserbergland fast immer am
Fluß entlang. Wir kamen an vielen Städten mit historischer Altstadt und schönen Fachwerkbauten,
wie Hoya, Minden, Hameln, Bevern, vorbei. Die meisten Tourenradler starten in Hann.Münden und
nehmen den Weg flußabwärts zur Nordsee. In Hann.München fließen Werra und Fulda zusammen
und bilden die Weser. Die Quartiersuche auf dem Weserradweg war problemlos - aber es war auch
noch keine Saison.Wir verließen die "Drei-Flüsse-Stadt" und freundeten uns mit der Werra an. Am
13.05.09 übernachteten wir bereits in einer Kleinstadt am Werra-Radweg. Unsere Tagesetappen
beliefen sich in diesen vier Tagen zwischen 106 und 110 km. Das Wetter hatte sich stabilisiert und es
zeigte sich häufig die Sonne bei  durchschnittlich 18 Grad.

Am 14.05.09 und 15.05.09 radelten wir weiter der Werra entlang vorbei an  Eschwege,  Treffurt,
Bad Salzungen bis nach Breitungen. Wir befanden uns nun in Thüringen.  Unser Tagespensum nahm
etwas ab - wir erreichten nur zwischen 91 und 97 km. Schuld hatte der Gegenwind und das hügelige
Gelände. Der Werraradweg ist bis auf wenige Ausnahmen gut beschildert, es waren aber nur wenige
Tourenradler unterwegs. Man ist dort ein bisschen neidisch auf den beliebten Weserradweg und hofft,
bald einen ähnlichen Bekannheitsgrad zu erhalten.

Am 16.05.09 mussten wir etliche Höhenmeter erklimmen, denn der Weg führte uns ab Meiningen
weg von der Werra durch den Thüringer Wald und über die Rhön durch das Sülzetal nach
Mellrichstadt. Nachdem wir dort ein CSU-Wahlplakat sahen, wussten wir, wir sind wieder in
Bayern. Der Tacho meldete 1000 gefahrene Kilometer. Das Abendziel war Münnerstadt.
Die Tagesleistung betrug nur 82 km.

Am 17.05.09 fuhren wir weiter nach Schweinfurt an den Mainradweg. Über Volkach und Kitzungen
gelangten wir nach 97 km nach Marktbreit. Rund um Volkach war autofreier Sonntag, so dass wir
bei sonnigem Wetter zügig vorankamen. Gegen Abend überraschte uns ein heftiges Gewitter,
das uns aber nur ca. 20 Minuten belästigte.

Am 18.05.09 radelten wir über Uffingen zum Altmühlradweg. Die wellige Strecke war etwas
anstrengend, zumal wir ja schon 12 Tage unterwegs waren und sich schön langsam eine gewisse
Müdigkeit einstellte. In Herrieden fanden wir nach 92 km eine nette Herberge.

Am 19.05.09 kamen wir in herrlicher Landschaft gut voran.Vorbei am Altmühlsee, Gunzenhausen
und Treuchtlingen gelangten wir nach Dollstein. Dort bogen wir zum Amper-Altmühlradweg ab und
übernachteten in Rennertshofen. An diesem Tag waren wir bei sonnigem Wetter 111 km auf dem
Rad.

Am 20.05.09 musste die letzte Etappe von 110 bzw. 115 km  über Neustadt an der Donau,
Schrobenhausen, Altomünster, Dachau (wo sich unsere Wege trennten) nach Lohhof bzw. München
bewältigt werden.

Nach 1437 bzw. 1442 km endlich zu Hause. 
Fazit: Es war toll ! 

Mit besten Grüßen
Else Diesing