Fahrradtour München – Verona vom 29. Juli bis 6. August 2006

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Tourwahl

Schon lange wollten wir einmal eine Radtour über die Alpen unternehmen. 
Fazit Es war ein tolles Erlebnis

Im Folgenden ein kleiner Erlebnisbericht über eine Fahrradtour von München nach Verona, die ich (Bernhard Krüder) im Sommer 2006 mit zwei Freunden unternommen habe. Die Tour war privat; da aber der Eine oder Andere vielleicht an eine ähnliche Unternehmung denkt, stelle ich sie auf der Homepage des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), Kreisverband Freising, vor. Übernachtet haben wir in Hotels und Pensionen, nicht mit Zelt! Am Ende waren es 530 gefahrene Kilometer. Pannen gab es erfreulicherweise keine. Wichtig war nicht das Zurücklegen der Strecke in Rekordzeit, sondern auch das Schauen und Besichtigen.




Teilnehmer an der Tour

Christian Wieckenberg
Bernhard Krüder
Christopher Hak
 
vor der Pfarrkirche
von Mittenwald
Streckenverlauf

München
Isar-Radweg
Pullach
Ascholding
Tattenkofen,
Geretsried
Königsdorf
Bad Tölz
Arzbach
Schlegldorf
Wackersberg

Lenggries
Anger
Fleck
Fall
Vorderriß
Wallgau
Mittenwald
Scharnitz
Gießenbach
Weidach
Kirchplatzl
Telfs
Oberhofen
Innsbruck
Amrass
Apass
Patsch
Matrei
Steinach
Wolf
Stafflach
Gries/Brenner
Fortsetzung
Verona

Organisation und Ausrüstung


1. Tag, 29. Juli, München – Lenggries, 76 km

Traditionell beginnt dieses Unterfangen an der Mariensäule auf dem Münchner Marienplatz. Tiefhängende Wolken verhießen nach wochenlanger Hitze nichts Gutes, aber noch war es trocken. An Giesing und Harlaching vorbei geht es auf dem Isarhochufer bis zur Großhesseloher Brücke, die überquert wird. Pullach und Baierbrunn, dann geht es hinab zum Kloster Schäftlarn. Hier fing es nun kräftig zu regnen an und hörte bis zum Mittagessen in Ascholding auch nicht mehr auf. Danach besserte sich das Wetter aber, und es konnte trocken weitergehen über Tattenkofen, Geretsried und Königsdorf, vorbei an der Jugendsiedlung Hochland, nach Bad Tölz, wo noch ein Eis wartete. Auf der orographisch linken Isarseite ging es über Arzbach und Schlegldorf – die geplante Route über Wackersberg war nicht zu finden – vollends nach Lenggries. Abendessen und Übernachtung im Gasthof „Altwirt“ ließen die Mühen des Tages rasch vergessen.

Bild rechts: Mittenwald

2. Tag, 30. Juli, Lenggries – Innsbruck, 115 km

Auf einen nassen und kühlen Tag folgte Prachtwetter! Zunächst geht es über Anger und Fleck, zuletzt durch einen eigenen Fahrrad- und Fußgängertunnel hinauf zum Sylvensteinspeicher mit seinen schönen Ausblicken in das Vorkarwendel, dann über Fall und Vorderriß, schließlich einer Mautstraße entlang in einigem Auf und Ab nach Wallgau. In Krün angekommen, führt ein guter Radweg nach Mittenwald und weiter, hart am Fuße der Großen Ahrnspitze, nach Scharnitz. Hier war nun Mittagspause. Nach dieser Stärkung erwarteten uns Giessenbach und die Leutasch, die wir „Durch den Boden“ erreichten. Über Weidach und Kirchplatzl, immer Gehrenspitze und Hohe Munde im Blickfeld, geht es recht steil hinauf zur Buchenhöhe. Hier beginnen die 600 Höhenmeter Abfahrt nach Telfs. Zuverlässige Bremsen sind hier unerlässlich! Auch ein wenig Schwindelfreiheit ist angenehm; die Straße führt recht steil und mit prachtvollen Ausblicken in die Sellrainer Bergwelt in das Inntal. Von Telfs aus noch zum Inn, in Oberhofen noch ein Kaffee, dann rollt man gemütlich zur Tiroler Landeshauptstadt. Allerdings führt lange vor Innsbruck der Inntalradweg bis in die Stadt nur noch direkt an der Autobahn entlang – nicht sehr romantisch!Um 19.00 Uhr angekommen, erwartete uns bereits der Gasthof „Innbrücke“. Bei einem gemütlichen Abendessen in der Altstadt konnten dann noch Kräfte für den morgigen Anstieg Richtung Brenner gesammelt werden.

Bild oben: Blick auf den Sylvensteinspeicher

3. Tag, 31. Juli, Innsbruck – Gries am Brenner, 45 km

Heute stand die Königsetappe bevor. Wenngleich wir auch noch nicht ganz hinauf zum Brenner gefahren sind, so hatten wir in Gries am Brenner doch den Hauptteil der Auffahrt hinter uns. Am Vormittag stand allerdings erst noch die Besichtigung der Altstadt an: Hofkirche, Dom und Stadtturm sowie natürlich das „Goldene Dachl“. Erst mittags begann die Fahrt Richtung Brenner – bei starker Wärme und enormer Schwüle ein schweißtreibendes Unterfangen. Nach Amrass und Ampass beginnt die Auffahrt. Bis kurz vor Patsch sind es ca. 600 Höhenmeter, die ohne nennenswerte Verflachungen gefahren werden müssen. Da sind Pausen willkommen und auch lohnend, hat man doch immer wieder wunderschöne Ausblicke auf Innsbruck und die Nordkette. Dicke Quellwolken ließen nichts Gutes ahnen, doch blieb es trocken und die Luft wurde sogar klarer. So konnten wir bei Patsch sehr gut das Zuckerhütl im Stubaier Hauptkamm ausmachen. Hinter Patsch folgt man immer einer alten Römerstraße in welligem Gelände, was noch etliche zusätzliche Höhenmeter bringt, bis man in Matrei auf die Bundesstraße trifft. Hier war Kaffeetrinken angesagt. Unterquert man den Bahnhof, so führt auf der Ostseite der Bahngleise eine sehr ruhige Straße einige Kilometer eben dahin, vor Steinach ist es noch ein guter Schotterweg entlang der Sill. Zum Schluß ging es an der Bundesstraße über Wolf und Stafflach nach Gries am Brenner. Zum Übernachten fand sich dort die Pension „Alpina“. Gegen Abend hatte es vollkommen zugezogen  und es begann auch bald fest zu regnen, was die ganze Nacht so bleiben sollte.

Bild oben: Blick nach Südwesten auf die Nordkette - Bei der Auffahrt von Innsbruck nach Matrei auf ca. 800 bis 900 Meter Seehöhe

4. Tag, 1. August, Gries am Brenner – Brixen, 57 km

Strömender Regen verhinderte erst einmal den Aufbruch. Um zehn Uhr musste das Zimmer aber geräumt werden, und siehe da: Es hörte zum Regnen auf! Die letzte kräftige Steigung konnten wir im Trockenen radeln. Auf dem Brenner riß es vollends auf und die Sonne kam heraus. So mag es der Italienreisende! Es ist geschafft, der Alpenhauptkamm ist „bezwungen“.
Das haben wir auch gleich mit einem Espresso noch im seltsamen Ort Brenner gefeiert! Ab jetzt rollen die Räder talwärts. Die Fahrt bis Sterzing ist kaum der Rede wert. Dort kam bei kräftigem Sonnenschein und Touristenrummel in der Altstadt schon fast mediterranes Flair auf. Kaum hat man Sterzing verlassen, beginnt der bestens ausgeschilderte Radweg, der mit kurzen Unterbrechungen den Radfahrer im ganzen Eisacktal, ab Bozen im Etschtal, bis zur Provinzgrenze zum Veneto nicht mehr verlässt. Bis Franzensfeste heißt es aber durchaus noch schwitzen, zwölf- bis fünfzehnprozentige Gegensteigungen stellen sich in den Weg. Von Mittenwald nach Franzensfeste ist der Radweg in einen murengefährdeten Hang gebaut, was Konsequenzen hat: Mindestens fünf oder sechs Muren haben den neuen Weg schon wieder verschüttet, und wir mussten sehr viel schieben. Zudem machen mehrere siebzehn(!)-prozentige Gefälle und Gegensteigungen diesen Abschnitt sehr anstrengend. Wer das vermeiden will, dem bleibt von Mittenwald nach Franzensfeste nur die Staatsstraße. In Franzensfeste haben wir ein Gewitter abgewartet, bis es dann schlussendlich nach Brixen hinab ging – der Radweg ist zum Teil noch in Bau – wo wir wegen der vorgerückten Stunde auch übernachteten: In der Pension „Kranebitt“ etwas erhöht über der Stadt. Ein kleiner Abendbummel in der Altstadt rundete den „Alpenüberquerungstag“ ab
Bild links:
Der vermurte Abschnitt des
Eisacktalradweges zwischen Mittenwald und Franzensfeste; im Bild
Christopher Hak















5. Tag, 2. August, Brixen – Bozen, 46 km

Bevor es richtig losging, besichtigten wir noch Dom und Kreuzgang. Dann fuhren wir bei bestem Wetter weiter. Der Radweg war in Brixen nicht gleich wiederzufinden, aber außerhalb der Stadt war die Wegführung wieder klar und so ging es flott nach Klausen und weiter nach Waidbruck. Hier hört der Radweg auf, so eng ist es in der „Kuntersschlucht“! Auf halbem Wege lud der Gasthof „Alte Post“ in Atzwang zum Mittagessen. Noch ein paar Kilometer Staatsstraße, dann beginnt in Blumau wieder der Radweg, der bestens präpariert und ausgeschildert nach Bozen führt. Ein Hotel war auch bald gefunden, der Gasthof „Feichter“, und da es noch früher Nachmittag war, blieb ausgiebig Zeit für Stadtbummel und Abendessen.


6. Tag, 3. August, Bozen – Trient, 81 km

In der Nacht hatte es stark zu regnen begonnen und es war frisch geworden. Kein Zweifel, das schlechte Wetter im Norden hatte uns eingeholt. Bei Regen verließen wir Bozen in Richtung Überetsch, das wir erst bei Auer im Etschtal verließen. Leider ließ uns das Wetter nicht viel Muße, die sehr reizvolle Landschaft zu genießen, obwohl auch hier ein guter Radweg eingerichtet ist. Der Kalterer See wurde fast eins mit den Regenwolken, und so erreichten wir Auer und damit den Etschtalradweg. Er führt eben nach Salurn, immer neben der Etsch entlang. In Salurn war Mittagspause. Der Regen war noch stärker geworden. Aber es kam ganz anders als befürchtet: Rasch auflebender Nordföhn beendete den Regen, schon kurz hinter Salurn rissen die Wolken auf und bei heiterem, allerdings kühlem Wetter erreichten wir Trient, nachdem noch einige Baustellen zu umfahren waren. Das Hotel „Aquila d’oro“ liegt  direkt am Domplatz, und nach so einem regenreichen Tag war es sehr schön, Trient bei wolkenlosem Himmel zu besichtigen, wozu noch viel Zeit blieb, da wir unterwegs wetterbedingt fast keine Pausen gemacht hatten. Nur noch eine Etappe!

7. Tag, 4. August, Trient – Verona, 110 km

Ab Trient folgten wir noch einmal dem Etschtalradweg, der aber an der Provinzgrenze vom Trentino zum Veneto aufhört. Dafür gibt es dann eine nicht zu stark befahrene Straße, die an Ala und Avio vorbei nach Rivalta führt. Dort gab es Mittagessen. Kurz hinter Rivalta überquerten wir die Etsch, um nun der SS 12 bis Domegliara zu folgen. Eigentlich wollten wir bei Ceriano eine kleine Bergstraße hinauffahren, diese stellte sich aber als sehr steile Schotterpiste heraus, so dass wir von unserem Plan absahen. Dafür konnten wir noch den eindrucksvollen Durchbruch der Etsch in der Veroneser Klause bewundern. Nun sind die Alpen zu Ende! In der Hoffnung, etwas dem Verkehr zu entkommen und schöne Ausblicke auf die Ebene, evtl. sogar auf Verona zu haben, fuhren wir noch hinauf nach Sant’Ambrogio di Valpolicella. Der Verkehr wurde kaum weniger, allerdings hatten wir hübsche Ausblicke auf die Berge im Norden. Die abschließende Fahrt nach Verona führte dann aber über ruhige Nebenstraßen. San Pietro in Cariano, Negarine und Corrubbio folgten aufeinander, bevor wir wieder die Ebene erreichten. Nun ging es noch über Pescantina, Settimo und Chievo endgültig nach Verona hinein, wo wir um 19.00 Uhr auf der Piazza Brà eintrafen. Ganz in der Nähe war auch das Hotel „Trieste“, in dem wir bis Sonntag blieben.

5./6. August 2006:

Diese beiden Tage standen uns noch zur Besichtigung der Stadt zur Verfügung. Das Wetter war wie schon während der letzten Teilstecke sehr freundlich: Durch den Nordföhn hatten wir klare Sicht auf die Berge, und das Thermometer schaffte es jedes Mal auf fast 30° Celsius!

Am Sonntag Nachmittag hieß es dann Abschiednehmen: Mit Regionalzügen fuhren wir von Verona zum Brenner (Übrigens: Am Grenzbahnhof Brenner, werden bei einer Fahrt von Österreich nach Italien auf der Brennerbahn die Lokomotiven ausgewechselt.), vom Brenner nach Innsbruck und von Innsbruck über Garmisch-Partenkirchen nach München. So konnten wir unkompliziert unsere Fahrräder selbst verladen und mitnehmen.

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Organisation und Ausrüstung

Organisation

Ein vorbereitendes Treffen; reserviert haben wir nur in Lenggries und Innsbruck, die anderen Unterkünfte haben wir dann vor Ort gesucht.

Ausrüstung

Alle Räder 28 Zoll;
einmal Trekkingrad der Marke KTM mit 21 Gängen und Tektro-Felgenbremsen,
einmal Trekkingrad der Marke Sursee mit 7 Gängen und normaler Felgenbremse,
einmal Trekkingrad der Marke Epple mit 27 Gängen und V-Brake-Bremsen.
Neben den persönlich notwendigen Dingen
Ersatzschlauch, kleines Werk- und Flickzeug, kleines Erste-Hilfe-
Päckchen; insgesamt nicht allzuviel Gepäck; Karten: Kompass-Karten im Maßstab 1:50.000.



















Routenverlauf ab Brenner
Gries am Brenner
- Brennersee - Brenner - Gossensaß - Sterzing -  Stilfs - Mittewald - Franzensfeste - Vahrner See - Vahrn - Brixen

Brixen - Klausen - Waidbruck - Atzwang - Blumau - Bozen

Bozen - Ortsteil Gries - St. Michael (Überetsch) - Eppan - Kaltern -  Kalterer See - Auer - Etschtalradweg - Salurn - Etschtalradweg - Trento

Trento - Etschtalradweg bis Provinzgrenze Trentino / Venetien - Ala -
Avio - Rivalta - SS 12 bis Domegliara - Sant'Ambrogio di Valpolicella
- San Pietro in Cariano - Negarine - Corrubbio - Pescantina - Settimo
- Chievò - Verona, Piazza Brà